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17. Mai 2009

Das Konzept der “tourist bubble” und das Social Web erzeugen Fragen im Zusammenspiel

Das Ideacamp ist vorbei und ein Gedanke bewegt sich im Nachlauf durch meinen Kopf. Unser Aufenthalt auf Teneriffa war wunderschön, aber wie in einer Blase…

In der Wissenschaft spricht man von einer sogenannten tourist bubble. Ein Pauschaltourist betritt diese Bubble mit seinem Abflug im Heimatland und bleibt in der Regel bis zur Rückkehr in dieser. Das Konzept der Blase beschreibt, dass ein Tourist also während seines Pauschalurlaubes in einem geschaffenen touristischen Erlebnis- und Inszenierungsraum ist, der sich auf Bustransfers, das Hotel mit Strand sowie künstlich geschaffene, inszenierte Kontakte mit der umgebenden Welt beschränkt.

Hauptfolge dessen ist, dass der Kontakt zwischen Bereisten und Reisenden ein künstlich inszenierter moment of truth ist, keine unvorhersehbare, sondern eine relativ planbare Situation. Die Bereisten wissen meist sehr genau, mit welchen Imaginationen ein Gast sie besucht und tragen der Nachfrage des Gastes, welche auf diesen zumeist stereotypischen Vorstellungen beruht, gezielt und angepasst an die tourist imagination Rechnung. Ein echter sozialer, spontaner und tiefergehender Kontakt ausserhalb der inszenierten Bubble passiert nur im Ausnahmefall.

Credo eines neuen Marketing im Web2.0 ist jedoch ein authentischer sozialer Kontakt und eine Vernetzung zwischen Leistungsträgern und Gastgebern und der DMO (also dem Netzwerk der Anbieter einer Destination). Wie passt das mit der beschränkten Bubble zusammen?

Heißt das, dass authentisches Marketing zwar stattfindet, aber nur innerhalb der Bubble?

Beispiel: Ein Hotel wirbt mit einwandfreien Hochglanzfotos, im Web2.0 sollte es Bilder von Gästen verwenden, und ehrlich über die Geschehnisse im Hotel mit dem Gast kommunizieren (positive UND negative Ereignisse).

Aber eigentlich gehört doch auch Persönlichkeit, lokale Identität etc. in eine authentische Kommunikation mit integriert. Dieses stünde aber im Gegensatz zur geschützten ‘Blase’ des Besuchs vor Ort. Es fragt sich also, inwieweit das Social Media Marketing mit der touristischen Blase als wissenschaftlich-theoretisches Konzept in Einklang bringen lässt.

D.A.

Daniel Amersdorffer

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