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Was Südtirol mit Vulkanen zu tun hat… Versuch einer Demokratisierung von Tourismuspolitik?!

Nichts … finden ein Südtiroler. Und hat völlig Recht damit. Gerade bin ich über eine Beschwerdekampagne gegen Branding-Sprüche der Südtiroler Marketing Gesellschaft SMG gestolpert. Zum Beispiel: „Italien hat auch Berge die kein Feuer speien.“ (siehe hier und hier).

Auf seinem Blog ruft nun ein Student aus Bozen dazu auf, an den Direktor Christoph Engl der SMG Protestbriefe zu schreiben – es bleibt abzuwarten, wie sich diese Aktion im Web2.0 verbreitet, im Idealfall schaffen es die Südtiroler via Twitter, Blog und co eine hohe Aufmerksamkeit und damit politischen Druck zu generieren … spannend spannend. Das Web2.0 wird hier als Medium eingesetzt, vorbei an klassischen Medien als den bisherigen Gatekeepern, um eine tourismuspolitische Botschaft ins Rennen zu schicken.

Es bleibt spannend bzw. zentral ist, ob der Student…

  • es schafft Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen (hiermit sei ihm durch uns geholfen).
  • Vertreter einer Einzelmeinung ist oder ob auch andere finden, dass diese Sprüche nicht Südtirol vertreten sollen im Marketing.
  • es schafft, auch andere, seiner Meinung anhängende Personen zu mobilisieren und einen Buzz zu erzeugen
  • noch versteht, dass Emails der falsche Weg sind, da sie nicht sichtbar sind im Netz... und seine Kampagne in Richtung Web2.0 verschiebt.

Let’s see what happens.

D.A.

14 Kommentare zu
Was Südtirol mit Vulkanen zu tun hat… Versuch einer Demokratisierung von Tourismuspolitik?!

Hallo Daniel,

Danke für die publicity! Wie würdest du die Aktion auf Web 2.0 erweitern?

Daniel

Hi…

– mehr Blogs in deinem Artikel verlinken, Trackbacks setzen auf andere Blogs, dass die von deiner Aktion mitbekommen

– Blogautoren anschreiben, die aus Südtirol sind und sie offen fragen, ob die mitmachen wollen

– Twitteraccount anlegen, hier aktuelle news zu aktion posten und anderen aus südtirol folgen, die für das Thema relevant sind

– Bilder zu Aktion hochladen, Videos hochladen (falls möglich, zb Kurzinterviews)

– alles taggen, einen zentralen Tag kommunizieren (SOFORT) der in Blogüberschriften, FlickRtags, Twitterhashtag, etc. auftaucht … zb #smgprotest oder so… kurz und prägnant und unikat.

– Livewall / Twitterwall zur Aktion anlegen wenn du merkst, dass andere das Thema auch so empfinden wie du…

so far.

keep going,
Daniel

Twitter bringt den Stein in’s rollen oder Daniel 🙂

Danke für die Tipps!

Hanspeda, was sagst du als Tourismusexperte zu diesem Thema? Findest du das Brandimage, dass die SMG aufzubauen versuchst in Ordnung und zielführend oder nicht?

Ich finde es auch komisch, dass die SMG teilweise in Italien mit „Alto Adige“ wirbt obwohl alle Marketingstudien ganz deutlich zeigen, dass der Begriff „Sudtirolo“ positivere Emotionen bei der Zielgruppe weckt?

Hanspeda

Also ich bin eigentlich nicht ein klassicher Tourismusexperte. Mein Schwerpunkt liegt mehr online 🙂

Ich würde sagen die SMG würde vielleicht auch lieber in Sudtirolo investieren. Das Problem ist aber sicherlich, dass man schon seit jeher auf Alto Adige gesetzt hat (schon damals mit dem alten Logo). Wahrscheinlich damals auch aus politischen Gründen.

Wenn man 20-30 Jahre in die Marke Alto Adige investiert wird es schwierig, bzw. braucht es viel Energie nun plötzlich Sudirolo als Marke aufuzubauen.

Natürlich würde mir das Sudtirolo auch mehr zusagen…

supermario

Hallo,
ich verstehe nicht was an dem Slogan so schlecht ist?
Wenn man in Italien an Berge denkt, fällt mir zB am ehesten der Ätna ein (bin nicht aus Italien). Deshalb finde ich es eigentlich ganz peepig!

Lieber mario,

Wenn man an Italien denkt, dann denkt man auch nicht an Südtirol. Und wenn man an Südtirol denkt nicht an Italien, die SMG ist Unternehmen das von Steuerzahlern finanziert wird aber Politik macht. Ich sehe nicht ein, warum wir mit unseren Steuerngeldern etwas finanzieren sollen, was wir nicht wollen!

Die SMG hat seit eine Umfrage in Deutschland ergeben hat, dass nur ganz wenige Deutsche Südtirol mit Italien assozieren, ihre Werbung komplett darauf aufgebaut Südtirol als italienische Provinz zu vermarkten. Mit einem weit höheren Kapital- und Personalaufwand als das österreichische Tirolmarketing aber mit weit weniger Erfolg. Aber es geht hier nicht um den touristischen Erfolg, sondern darum die Identität der Menschen die hier leben in Frage zu stellen.

Umfragen haben ergeben, dass fast 70% der Jugendlichen Südtiroler aller Muttersprachen sich ein Los von Italien wünschen! Die offizielle Politik versucht dagegenzusteuern, bisher sind sie damit zum Glück nicht erfolgreich gewesen. Die Mehrheit der Südtiroler fühlt sich diesem Staat nicht zugehörig und wir finden es sehr bedenklich, wenn eine Regierung in Rom die von Neofaschisten angeführt wird uns mit allen Mitteln italianisieren will.

Es stehen in Bozen offizielle Regierungsgebäude mit Mussolini und seinen Leitsprüchen eingemeiselt, ein Monument steht im Herzen unseres Landes mit dem die Ermordung 100.000er Äthiopier zelebriert wird und an dem sich jedes Jahr die italienischen Neofaschisten treffen. Wir wollen sowas nicht, wir sind Antifaschisten!

Hanspeda

ja jetzt gehts ab 🙂 Mal sehen ob sich die SMG dazu herablässt ein Statemant zu geiben…

@Daniel beim nächsten Mal erkläre ich dir mal bißchen die Politischen Verhältnisse bei uns 🙂

Daniel

oiioioi… Tourismuszukunft als Plattform einer politischen Diskussion :). Na schau mer mal… was die SMG sagt. Wenn sie clever sind, kriegen sie das mit, ansonsten eher nein.

Mfg Daniel

PS: Hab die SMG auf die Diskussion hingewiesen – per Kontaktformular auf deren Webpage.

Mit Politischen Diskussionen trifft man in Südtirol immer ein Bienennes

Ich geb ein Bier aus sollte sich jemand von der SMG melden.
dann bin ich nun wirklich gespannt 🙂

Der Herr Engl hat mir übrigens schon mal in meinen Blog geschrieben 🙂
http://www.kronplatz.ch/gahhhn-logo-sudtirol/

Es geht voran: Die Union für Südtirol hat eine Anfrage im Landtag dazu eingebracht, während die Süd-Tiroler Freiheit am Freitag eine Pressekonferenz dazu abhält.

Engl kommt unter Druck 😉

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