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10. Februar 2009

Tourismus Organisation Montreal gibt ihr Marketingbudget nur noch online aus

Der Highlandbusiness-Research-Blog schrieb heute folgendes: Angesichts eines jährlich knapper werdenden Budgets für das Marketing hat sich die Tourismusorganisation von Montreal (ja genau – die große Stadt in Kanada!!) zu einem revolutionären Schritt entschlossen: Das gesamte Marketingbudget in 2009 wird online ausgegeben, es gibt neben den Onlinemarketingmaßnahmen keine anderen Marketingmaßnahmen mehr!

Ein risikoreicher Schritt? – Nein, aus Sicht der Montrealer ein konsequenter Schritt, denn im Netz können die Touristen am zielgenauesten und mit am wenigsten Streuverlust angesprochen und das Controlling am genausten durchgeführt werden.

Ein großer Teil der Ausgaben fließt in SEM Maßnahmen, 20 % aber werden für Social Media Kampagnen ausgegeben. Während die Werbekosten im Social Media Bereich (noch) gering sind, kostet Social Media Marketing viele personelle Ressourcen. O-Ton der Verantwortlichen: Obwohl SMM Maßnahmen nur 20% des Budgets ausmachen, kosten sie 80% der für das Marketing aufgewendeten Zeit.

Diese Verlagerung des Marketings in den Onlinebereich zeigt deutlich, welche Bedeutung die Strategen aus Kanada den Onlineinformationsquellen für die Reiseentscheidung beimessen. Aber auch die in Kanada seit vielen Jahren ausgebaute Kompetenz im Onlineanalysebereich ist sicher ein Grund für diesen radikalen Schritt Richtung Internet.

Während woanders noch mit demographisch segmentierten Zielgruppen und dem überkommenen Klischee des hybriden Touristen gearbeitet wird, verwendet man in Kanada die Methode der auf sozialen Werten beruhenden Marketingkonzeption. Mit dem eigens entwickelten Explorer Quotient Tool wird es ermöglicht, Reisende aufgrund ihrer Werte und Vorstellungen zum Thema Urlaub auf die richtige Weise anzusprechen:

The EQ model is based on a solid research foundation. Through adaptations of Environics Social Values model, the CTC can develop a user profile based on the reasons why people travel, including qualities of someone’s personality. (Quelle)

Dieses Tool wird von der nationalen sowie den bedeutenderen subnationalen Tourismusorganisationen in Kanada bereits eingesetzt.

Fazit: Es ist ein bedeutender, aber sehr konsequenter Schritt, die Marketingausgaben so radikal nach online zu verlagern. Er setzt aber eine ausgeprägte Kompetenz im Marktforschungsbereich voraus, die eine verhaltens- und persönlichkeitsgenaue Ansprache von Leads und Kunden erlaubt: Marketing muss relevant sein – für den Kunden.

Daniel Amersdorffer

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