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18. Januar 2009

Twitter im Tourismus – Übersicht

Twitter im Tourismus – das soll das Thema dieses Artikels sein. Wir hatten im Juni 2007 das erste Mal über den Microblogging Dienst Twitter auf Tourismuszukunft berichtet. Anfang 2008 haben wir vom Tourismusblog uns dann intensiver mit Twitter und dem Thema Microblogging auseinandergesetzt und starteten unsere eigenen Twitteraccounts (Florian, Jens, Daniel).

Der Dienst Twitter ist in der Onlinewelt, wenn auch insgesamt als Nischenmarkt anzusehen, stark auf dem Vormarsch und legt rasch an Nutzerzahlen zu. Wie mein Beispiel vom Freeride-Urlaub zeigt, führt Kommunikation auf Twitter durchaus zu realen Effekten – extrem gut sichtbar auch anhand der Flugzeuglandung im Hudson River oder dem Buzz auf Twitter nach den Anschlägen in Indien. Twitter ist verglichen mit dem Blogging ein schnelleres und flexibleres Medium mit meist größerer Reichweite. Die Wichtigkeit dieses Dienstes erkennen nun mehr und mehr Akteure, sowohl aus allen Wirtschaftsbranchen als auch aus dem Tourismus. Als Beispiel möge die deutsche Bahn angeführt sein, die relativ früh ihren Twitteraccount startete.

Aus wissenschaftlich-theoretischer Sicht ist eines der interessantesten Phänomene von Twitter das Aufbrechen des tradierten Freundschaftsbegriffes, dazu im Artikel zum Thema Weakties und ambient awareness mehr Informationen.

Wilhelmus aus Kanada hat kürzlich einen interessanten Artikel über Twitter im Tourismus veröffentlicht, dessen zentrale Aussagen ich hier kurz darstellen möchte:

My hypothesis that there’s a difference between what people expect from a local or a far away tourism board seems to be true. Locals are interested in current information while long haul visitors look for ideas, deals and help in trip planning. Makes sense, people’s needs depend on the level of knowledge about a destination.

Auf diese Schlussfolgerung kommt Wilhelmus, indem er etwa 100 Twitterer in einer kleinen Studie zur Nutzung von Twitter im Tourismus befragte – statistisch natürlich nicht valide, aber dennoch tauglich um eine Grundrichtung zu erkennen. Basierend auf den Ergebnisse identifizierte er vier Funktionen welche Twitter im Destinationsmarketing übernehmen kann:

  • Twitter als Serviceangebot – Twitterer können die Destination per Twitteraccount kontaktieren und zeitnah Antworten auf Fragen zum passenden Hotel etc. erhalten – eine gute Ergänzung zu Hotelbewertungsportalen und Reisecommunities.
  • Twitter als Informationsangebot – Die Destination veröffentlicht Insidertipps zu Veranstaltungen, lokalen Attraktionen und günstigen Pauschalangeboten etc. auf ihrem Twitteraccount als zusätzlichem Informationskanal.
  • Twitter zum Social Networking – Die Destination kann ihre Kundenbindungsmaßnahmen durch Social Networking Strategien auf Twitter unterstützen.
  • Twitter für Marktforschung – Fragen oder Probleme können in Twitter gepostet werden und erhalten meist sehr zeitnah eine Antwort.

Twitter kann also als weitere Informationskanal im Social Media Marketing von Destinationen und im Tourismus genutzt werden. Wie bei allen social media gilt auch Twitter, dass der soziale Charakter und die Notwendigkeit zum Aufbau eines social networks in der Twittersphere in der Kommunikationsstrategie beachtet werden muss.

D.A.

Daniel Amersdorffer

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