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9. Januar 2009

Social Graph im Tourismus und im Marketing – Abbildung von sozialen Netzen bedeutet Kapital

Heute habe ich einen Artikel auf SocialNetworkStrategien über Geschäftsmodelle von Social Networks gelesen. Der Autor verweist im Wesentlichen auf die enorme Bedeutung der sozialen Verbindungen zwischen den Nutzern von Social Networks, auf die Werthaltigkeit dieses digital abgebildeten Beziehungsnetzwerkes. Und er führt an, dass Geschäftsformen wie WoM, Crowdsourcing, Social Commerce und co. in Zukunft noch besser nutzbar und attraktiver werden.

Zunächst war ich aus mehreren Gründen verwundert – einerseits, weil in dem Artikel doch einige wesentliche Aspekte fehlen, die ich wichtig finde – mehr dazu gleich – andererseits auch, weil das Thema erst jetzt durch die Blogs geht. Die Abbildung sozialer Netzwerke ist meines Erachtens das Stichwort, wenn man über Social Media Marketing spricht.

Jetzt aber zu meinen Eindrücken zum besagten Artikel. Das Web2.0 ist eine Technologie, welche basierend auf den Architekturen der Kommunikation, Vernetzung und Mitwirkung und dem Vorhandensein einer zunehmenden Nutzerzahl zum Social Web geführt hat. Zunehmend mehr Internetnutzer nutzen die Errungenschaften des Web2.0 und tragen so ihren Teil zum Aufbau eines gigantischen Social Web bei – ob in Form von Freundesnetzwerken, Mediacontent, Meinungen oder anderen Inhalten sei zunächst egal.

Viel zentraler ist, dass hier Menschen miteinander interagieren. Es entstehen soziale Netzwerke entweder, weil sich reale Netzwerke in digitalen Social Networks abbilden, oder weil virtuell neue Netzwerke entstehen (Stichwort digitale Nähe). Es gibt also Knoten (Menschen im Web) und Kanten (Beziehungen zwischen Menschen). Die Kanten können Freundeslisten, Kommentare, Blogs, Blogposts, etc. sein – Dinge eben, welche Menschen verbinden. An dieser Stelle wird es richtig interessant, denn erst durch diese Kanten werden Informationen mit einem sozialen Wert attribuiert. Lese ich, dass mein virtueller Freund im Hotel XY zufrieden war, hat das für mich eine andere Bedeutung, als wenn irgendjemand (vielleicht das Hotel selbst?) auf Holidaycheck eine Bewertung schreibt.

Übertragen auf wissenschaftliche Ansätze der Netzwerkanalyse resultiert daraus die Notwendigkeit, den Blickwinkel zu ändern weg von Buzzwords wie Evangelism, WoM und Crowdsourcing hin zur sozialen Netzwerkanalyse. Welche Struktur haben Netzwerke in Social Networks? Welche Kanten lassen sich für eine Inwertsetzung durch Geschäftsmodelle nutzen, welche nicht? Welchen Einfluss könnte sozial attribuierte Information zukünftig haben? Welche Rolle spielen Closeness zwischen den Akteuren eines Social Networks bzw. In-Betweeness der Akteure? All diese Fragen sind mir bisher fast nie im Zusammenhang der Social Media Diskussion begegnet, obwohl sie dringend in den Vordergrund gestellt werden müssten.

Dass Advertising und Meinungsmanipulation langfristig nicht funktionieren können war mir schon vorher klar 😉 – So gesehen ist es für mcih auch keine Neuigkeit, dass eben diese sozialen Netzwerke, die ich erwähnt habe, das Kapital von Facebook, Google und co sind. Aber welche Rolle soziale Verbindungen und Gebilde konkret spielen können, wie sie sich quantifizieren lassen , das wird noch interessant werden!

D.A.

Daniel Amersdorffer

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