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23. Januar 2009

Empathieproblem – Müssen Destinationsmanager nun 365 Tage im Jahr auf Reisen sein?

Eben einen interessanten Artikel auf www.das-empathische-gehirn.de/blog/ gelesen. Zentrale These des Artikels ist (so habe ich es verstanden 😉 ), dass (1) die zunehmende Verbreitung digitaler Kommunikation zu einem bestimmten Teil auch auf Kosten realer Face-to-Face Kommunikation passiert. In Folge wird (2) bei digitaler Kommunikation (außer Videokonferenz) ein wesentlicher Teil zwischenmenschlicher Kommunikation gekappt, nämlich nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik, Pheromone etc.).

Aus diesen beiden grundlegenden Thesen folgert der Autor, dass wir Menschen durch die Verbreitung der digitalen Kommunikation die Fähigkeit zur Empathie verlernen. Denn, so postulieren auch andere wissenschaftliche Theorien: je weniger real die Kommunikation zwischen sozialen Individuen, desto weniger Einfühlungsvermögen kann man dem Gegenüber entgegen bringen. Oder anders: Empathie zwischen Individuen baut zu einem großen Teil auch auf nonverbaler Kommunikation auf.

Social Media Marketing für den Tourismus unterliegt hier also einem beschränktenden Phänomen, da der Tourismusmarketer aufgrund digital vermittelter Kommunikation beim Aufbau eines sozialen Beziehungsnetzwerkes mit möglichen und bestehenden Kunden an die Grenze der Empathiefähigkeit stösst. Muss ein Tourismusmarketer in Zukunft also konsequenter Weise jeden Zielkunden persönlich aufsuchen? Marktforschung (“den Gesprächen zuhören”) persönlich betreiben? Lustige Vorstellung, oder? Wie wichtig ist also Empathie?

D.A.

Daniel Amersdorffer

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