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16. Dezember 2008

Wiedergeburt eines Dinos – das neue Bahnportal ist online

Fast zeitgleich mit dem Relaunch der TUI Reisen Webseite ist auch das neue Portal der deutschen Bahn online gegangen, realisiert von der Agentur Namics. Im Vergleich zum alten Bahnportal ist das neue inhaltlich sehr abgespeckt worden und die wichtigsten Inhalte sind sehr schnell zugänglich. In Bezug auf den Innovationsgrad ist die neue Bahnwebseite aber, mal abgesehen von verbesserten Schnittstellen und Buchungsprozessen, ein Dinosaurier geworden: Der Innovationsgrad der neuen Seite bewegt sich leider in einem geringen Rahmen. Und aus Abmahnungs-Abneigung: Dieser Artikel ist meine persönliche Meinung!

Wie komme ich zu dieser persönlichen Meinung? Außer den Buchungsstrecken, die ich sehr gelungen finde und der Personalisierungsfunktion “meine Bahn” wurden kaum innovative Features integriert – warum gibt es keine Google Map mit Zugstrecken, oder sogar Zugpositionen? Ist das Social Web noch nciht zu den Entscheidern durchgedrungen, oder warum wurde auf eine Bewertungs- und Kommentarfunktion verzichtet? Warum eigentlich keine Facebook Applikation für Bahnbuchungen entwickeln (z.B. “Daniel hat heute ein Zugticket von A nach B um 16 Uhr gebucht – Platz neben ihm buchen hier”)? Reiseberichte? Twitter-Integration? Das Thema Internet im Zug ist ebenfalls nicht repräsentiert. Irgendwie ziemlich lauwarm dieser Relaunch aus meiner Sicht.

Das Bahnportal ist sicherlich eine der zentralsten Webseiten für viele deutsche Internetnutzer, wenn es um das Thema Mobilität geht. Neben den Kunden hat die Bahn aber natürlich noch weitere Stakeholder, deren Ansprüche erfüllt werden müssen: Hotels, Partnerprogramme, Geschäftskunden, Tourismusanbieter, Tourismusdestinationen und viele mehr. Für diese externen Stakeholder gibt es auf der Bahnwebseite kein erkennbares Extranet, in dem deren Wünsche und Ansprüche erfüllt werden könnten… sei es das Anbieten eines Widgets für andere Webseiten zur Buchung von Zügen oder Fahrplanauskunft oder sei es die Möglichkeit, aktuelle Angebote selbst einzupflegen. PR-Portal im Sinne eines Social Media Newsrooms? Fehlanzeige. Vielleicht habe ich es aber auch nur nicht gefunden? Ah – Korrektur – es gibt doch ein Extranet des DB Konzerns – dieses erfüllt aber offensichtlich die oben genannten Anforderungen nicht oder nur teilweise.

Und auf crowdsourcing im Entwicklungsprozess, offene API und co. wurde scheinbar gänzlich verzichtet, wie Helge richtig bemerkt – ich hoffe nur es wurde bewusst darauf verzichtet. Wenn man das Thema nicht erkannt hat bei der zuständigen Agentur Namics, dann ist diese Agentur meines Erachtens ein Genosse der Dinosaurier 😉 .

Screenshot der Webseite www.bahn.de

Liebe Bahn-Onlinemanager – ruft uns doch bitte einfach an, wir würden euch gerne helfen…

D.A.

Daniel Amersdorffer

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