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11. Dezember 2008

Sind touristische Blogs und touristische Social Media Kampagnen die Aussätzigen des Webs?

Stellen Sie sich eine mittelalterliche Stadt vor. Enge Gassen, buntes Treiben, hier arbeitet ein Schmied an neuen Schwertern, dort schlägt ein Schuhmacher Nägel in die Sohle eines neuen Paars Schuhe, hier bäckt ein Bäcker seine Semmeln, dazwischen die Einwohner, Kutschen und Händler. – Draussen vor der Stadt gibt es eine weitere Siedlung, über deren Dächern ein unangenehmer Geruch hängt – hier arbeitet Leichenbestatter und Gerber, die Tierfelle zu Leder verarbeiten. Unanständige oder auf Grund ihrer geruchlichen und physikalischen Abfälle störende Betriebe müssen außerhalb der Stadt angesiedelt werden, so die damals vorherrschende Methodik.

Betrachtet man die Landschaft der touristischen Blogs, könnte man mitunter glauben, dass Social Media im Tourismus diesen Leichenbestattern und Gerbern vor den Toren der Stadt gleichkommenjeder braucht sie, aber keiner will ihre Existenz zugeben. Auf den offiziellen, rein geputzten Destinationsseiten voller retuschierter Bilder und schöngefärbter Marketingsprache werden nur im seltensten Falle und dann meist klein und versteckt Social Media Inhalte integriert. Ohne Verlinkung und Integration existieren diese Social Media Maßnahmen, bisher vor allem in Form von Blogs, abseits und verdrängt vom eigentlichen hoheitlichen Informationsangebot der Destination.

Schämt man sich bei den Tourismusorganisationen für die Schritte in das Web2.0? Traut man sich selbst nichts zu? Oder mangelt es an eigener Fachkompetenz? Klar birgt das Web2.0 auch Gefahren und Tücken, über die man als Unerfahrener stolpern kann, aber so wie die mittelalterliche Stadt den Gerber für den Nachschub an Lederprodukten brauchte, werden Tourismusorganisationen Social Media als Ergänzung zu klassischen Onlinemaßnahmen benötigen. Wenn Sie in diesem Bereich Hilfe benötigen, fragen Sie uns!

Und vertrauen Sie nicht Ihrer Agentur, die im Regelfall Software verkaufen möchte. Web2.0 ist mehr als ein Content-Management-System anzupassen. Wichtig ist, grundlegende Prinzipien, Vorgehensweisen und die verschiedenen Plattformen mit ihren Charakterstika richtig nutzen zu können. Passen Sie also auf, dass Sie nicht an einen Wunderheiler geraten, wie sie zu Massen durch die mittelalerlichen Städte zogen, sondern suchen Sie lieber die Experten in diesem Bereich auf, die sich wissenschaftlich und praktisch mit dem Thema Tourismus 2.0 auseinandersetzen – zum Beispiel uns von Tourismuszukunft. War das jetzt Werbung? Ich finde nicht. Denn wenn Sie niemand vor dem Wunderheiler gewarnt hätte, wäre das als fahrlässig bezeichnet worden… fundierte Medizin ist im Zweifelsfalle eben doch besser.

Was für uns fundierte Medizin ist? Neutrale und fundierte Beratung und Unterstützung zum Thema Social Media Marketing im Tourismus. Wie das aussehen kann? – Fragen Sie uns einfach. Wir beschäftigen uns nicht nur hier auf dem Blog, sondern auch in der Praxis und Forschung sehr intensiv mit diesem und anderen Themen im eTourismus.

D.A.

Bildquelle: MagaMagò80 auf FlickR.com (Creative Common: Namensnennung, keine Bearbeitung)

Ps: Unser Buch wird auch ein Plädoyer gegen die Leichenbestatter-Attitude im momentanen Travel2.0-Verhalten.

Daniel Amersdorffer

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Sind touristische Blogs und touristische Social Media Kampagnen die Aussätzigen des Webs?

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