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11. Dezember 2008

Neuer Blog der Tirolwerbung – Innovationsgrad touristischer Blogs stagniert

Per Twitter via Hannes Treichl habe ich eben gesehen, dass die Tirowerbung seit heute einen Blog geschaltet hat. Es ist also wiedermal ein touristischer Blog online gegangen. Ein Blog ist eine Plattform technischer Art, hinter der aus Sicht der Social Media Marketing Lehre ein klares Konzept stehen sollte:

  1. Warum wird eine Social Media Strategie gewählt? – Lohnt es sich eine SMM Strategie zu wählen, kann diese als sinnvolle Ergänzung zu einer klassischen Marketingstrategie eingesetzt werden und wo gibt es Synergieeffekte?
  2. Wie können relevante Personen und Öffentlichkeiten angesprochen werden? – Wird auf Reichweite, bestimmte hochaffine Zielgruppen oder auf ungezielte Kommunikation gesetzt?
  3. Welche Botschaften sind geeignet? – Welche Inhalte interessieren den Konsumenten bzw. Prosumenten der Social Media Kamapagne? Welche mediale Darreichungsform wird am liebsten aufgenommen?
  4. Mit welcher Taktik soll gearbeitet werden? – Die möglichen Ressourcen einer Tourismusorganisationen bestimmen, ob im minimalen Sinne nur Content im Web2.0 verteilt wird oder im maximalen Sinne eine intensive soziale Auseinandersetzung mit Öffentlichkeiten via Social Web erfolgt.
  5. Welche Plattform ist am besten geeignet? – Social Communities, Reisecommunities, Blogs, Microblogging-Dienste – es gibt viele technische Varianten die sozialen Netzwerke im Web2.0 nutzbar zu machen.

In Bezug auf sein Konzept überzeugt der Blog der Tirolwerbung durch die inzwischen schon als gebräuchlich geltende Variante, verschiedene Akteure der Region einzubinden und durch diese Autoren Informationen veröffentlichen zu lassen, die nicht im klassischen Marketingmix des Tourismus vorkommen. Dieses Ziel wird auf sehr deutliche Weise dargestellt und herausgearbeitet im “Über uns” sowie durch die Subline “Jodeln und Lederhosen hatten wir schon”. Für einen Social Media Marketer mag dies durchaus zeigen, dass hier jemand am Werk war, der ein klares Ziel verfolgt: authentische offene Information. Aber für den Kunden finde ich diese Art der Darstellung ungeeignet, zu wenig anschaulich und greifbar sondern eher auf lehrhaft-social-media Art und Weise wird das Charakteristikum dargestellt.

Aus strategischer Sichtweise fällt auf, dass hier zunächst das Medium Blog sehr isoliert steht. Ich habe auf die Schnelle keine Vernetzung zu den gängigen Web2.0 Plattformen (sowie zum normalen touristischen Informationsangebot) gefunden – außer eine Miniatur nahezu unsichtbaren Facebook-Button am Ende der Sidebar 😉 . Neben der authentischen Kommunikation wurde also der zweite Web2.0-Grundgedanke der Vernetzung von durch Nutzer geschaffenen Inhalten nicht in den Vordergrund gestellt. Dies mag am frühen Entwicklungsstadium liegen, ist aber mittelfristig unbedingt nachzuholen – bei der Gelegenheit sollte man vielleicht auch das Layout ein bisschen aufpeppen, obwohl Schönheit ja bekanntlich im Auge des Betrachters liegt…

Ingesamt ein sehr guter und vergleichsweise innovativer Ansatz für eine Tourismusorganisation. Allerdings ist der Innovationsgrad der momentan üblichen Blogs im Tourismus seit einem guten halben Jahr auf stagnierendem Level, es gibt keine echten Neuerungen. Offene Fragen bezüglich Innovationen bleiben für mich, inwieweit Blogs noch besser zur Markenbildung beitragen können, welche Ansätze es unter Verwendung der Grundmaterie Blogging gibt, UGC und Destinationswebseite enger zusammen zu bringen etc.

D.A.

Daniel Amersdorffer

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