Per Twitter via Hannes Treichl habe ich eben gesehen, dass die Tirowerbung seit heute einen Blog geschaltet hat. Es ist also wiedermal ein touristischer Blog online gegangen. Ein Blog ist eine Plattform technischer Art, hinter der aus Sicht der Social Media Marketing Lehre ein klares Konzept stehen sollte:
In Bezug auf sein Konzept überzeugt der Blog der Tirolwerbung durch die inzwischen schon als gebräuchlich geltende Variante, verschiedene Akteure der Region einzubinden und durch diese Autoren Informationen veröffentlichen zu lassen, die nicht im klassischen Marketingmix des Tourismus vorkommen. Dieses Ziel wird auf sehr deutliche Weise dargestellt und herausgearbeitet im “Über uns” sowie durch die Subline “Jodeln und Lederhosen hatten wir schon”. Für einen Social Media Marketer mag dies durchaus zeigen, dass hier jemand am Werk war, der ein klares Ziel verfolgt: authentische offene Information. Aber für den Kunden finde ich diese Art der Darstellung ungeeignet, zu wenig anschaulich und greifbar sondern eher auf lehrhaft-social-media Art und Weise wird das Charakteristikum dargestellt.
Aus strategischer Sichtweise fällt auf, dass hier zunächst das Medium Blog sehr isoliert steht. Ich habe auf die Schnelle keine Vernetzung zu den gängigen Web2.0 Plattformen (sowie zum normalen touristischen Informationsangebot) gefunden – außer eine Miniatur nahezu unsichtbaren Facebook-Button am Ende der Sidebar
. Neben der authentischen Kommunikation wurde also der zweite Web2.0-Grundgedanke der Vernetzung von durch Nutzer geschaffenen Inhalten nicht in den Vordergrund gestellt. Dies mag am frühen Entwicklungsstadium liegen, ist aber mittelfristig unbedingt nachzuholen – bei der Gelegenheit sollte man vielleicht auch das Layout ein bisschen aufpeppen, obwohl Schönheit ja bekanntlich im Auge des Betrachters liegt…
Ingesamt ein sehr guter und vergleichsweise innovativer Ansatz für eine Tourismusorganisation. Allerdings ist der Innovationsgrad der momentan üblichen Blogs im Tourismus seit einem guten halben Jahr auf stagnierendem Level, es gibt keine echten Neuerungen. Offene Fragen bezüglich Innovationen bleiben für mich, inwieweit Blogs noch besser zur Markenbildung beitragen können, welche Ansätze es unter Verwendung der Grundmaterie Blogging gibt, UGC und Destinationswebseite enger zusammen zu bringen etc.
D.A.
Mangelnde innovation ist es nicht was die web 2.0 aktivitäten von touristikern prägt. Vielmehr ist es noch scheu oder mangelnde akzeptanz der entscheider warum wenig passiert. Ich habe den eindruck dass touristiker second live und web 2.0 in eine Schublade werfen und sich denken: jetzt wart ich mal ab ob sich das wirklich durchsetzt. Das wir heute eine “goldgräber”-phase einer neuen form der kommunikation erleben wie vor 10 jahren als die ersten emails verschickt wurden: dialog im web. Schön ist das.
Hi Martin,
Mangelnde Innovation insofern, als dass Blogs immer gelich aussehen und neue Funktionen anders als die b2b Blogs nur selten integrieren. Der grund dafür mag sicher auch mal der Destinationsmanager /Entscheider des Projektes sein, ich glaube aber, oft ist es Unwissenheit der umsetzenden Agentur. Bei Tirol macht das den Eindruck. Und du hast Recht – auf die Breite des Tourismus gesehen tut sich fast noch nichts im Web2.0.
VG Daniel
Veröffentlicht am 14. Dezember 2008 um 01:07 Uhr