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Die User sind schon bockig – ich jedenfalls!

Barcamp München 2008

User beginnen sich gegen Werbung im Netz zu wehren – sie werden bockig. Zu diesem Anlass ein kurzer Blick auf den Artikel und darauf wie Werbung im Onlinebereich sich entwickeln könnte.

Die User werden bockig – schreibt die Zeit in einem sehr interessanten Artikel. Ich bin es schon – und nicht nur ich! Viele sind mit klassischer Online-Werbung nicht zu penetrieren! Sie gehören zur neuen Generation mündiger Nutzer des Internets, die gelernt haben mit dem Medium umzugehen und Werbung auszublenden. Aktiv über Ad-Blocker oder unbewusst passiv!

Zeit Artikel: “Noch sind es gerade 5 Prozent der Firefox-User, die wiederum an die 20 Prozent der Internetnutzer ausmachen, also insgesamt 1 Prozent der User, die lieber über blank geputzte Seiten surfen. Wer es einmal probiert hat, wundert sich, warum es nur so wenige sind.”

Es werden definitiv mehr – was ist die Folge?

–> Brechen bisher gut funktionierende Geschäftsmodelle zusammen? – davon gehe ich aus!

–> Werden neue Werbeformen kommen, die nicht blockbar sind? – kann gut sein!

Eins ist sicher – der Faktor Mensch wird wichtiger. Dadurch werden Marken- und Produkt-Botschafter immer wertvoller! Social Media Marketing für Tourismusanbieter wird unerlässlich um die Werbeverweigerer für ein Produkt begeistern zu können!

FB

6 Kommentare zu
Die User sind schon bockig – ich jedenfalls!

Hmm, Du findest also Online-Werbung, die als solche auch klar erkennbar ist, penetrant? Dafür möchtest Du mehr “Mund-zu-Mund” Propaganda von Besuchern in Communities, wo nicht mehr erkennbar ist, ob sie Dir real ihre Meinung zum Produkt sagen oder schon längst als menschliche Litfaßsäule bezahlt werden?

Dann wärst Du auch für die Abschaffung von Werbeblöcken im Free-TV und willst stattdessen mehr Schleichwerbung in Filmen und Serien.

Da ist mir gekennzeichnete Werbung lieber. Und, wie Du ja schreibst, 99% der User wohl auch. Damit ist auch das Geschäftsfeld des Online-Marketings nicht gefährdet.

Florian

@Sven

nein ich möchte Mund-zu-Mund-Infos von meinen Freunden, wie auch immer man diese definieren will und kann! Infos über digitale Nähe zu erhalten ist mir tausendmal lieber als gekennzeichnete Werbung und ja, mir ist Schleichwerbung auch lieber als Werbeblöcke zwischen Filmen! Dies nervt nämlich wirklich!

Noch sind es 99 % – dies wird sich rasant ändern und dann ist das Geschäftsfeld definitiv gefährdet!
FB

Dann lege Dir mal diese URL für den 20.10.2009 auf Termin und Du wirst sehen, dass sich Schleichwerbung nicht durchsetzt (auch aufgrund von gesetzlichen Regelungen) und Online-Marketing noch sehr akut ist. Auch glaube ich, dass sich dann die Zahl von 99% bestenfalls auf 98,8% verändert hat.

Ein Indiz für meine These ist, dass jegliche Formen der Werbe-Filterung (Fernsehen/PC) in den letzten 10 Jahren (und es gab einige Versuche), sich nicht durchgesetzt haben. Proportional verhält es sich mit Bezahl-Diensten. Niemand abonniert gegen Bezahlung eine Online-Zeitung oder Blog, wenn er die gleiche Information umsonst bekommt und dabei Werbung “erdulden” muss. Der Bezahlsender Premiere strauchelt aktuell kräftig, hält sich ausschließlich über seine exklusiven Rechte an Live-Übertragungen aus der Fußball-Bundesliga. Niemand abonniert Premiere, damit er werbefrei Filme schauen kann.

Aber ich gebe Dir Recht – auch ich “höre” gerne auf Empfehlungen von Freunden. Zwar habe ich auch einige Freunde außerhalb meines lokalen Bereiches, die ich nur per Telefon oder E-Mail erreiche. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass ich einzelnen Personen in Communities einen ähnlichen Glauben schenke. Im besten Fall nehme ich die Meinung der Masse in Communities war und lasse diesen Eindruck zu einem sehr geringen Prozentsatz mit einfliessen. Meine persönlichen Erfahrungen sind, dass so (oder so ähnlich) die Masse agiert.

mgs733

es sind zwei verschiedene paar schuhe –> einerseits die visuelle Wahrnehmung von Werbung (wird ausgeblendet, nicht sichtbar) –> andererseits die psychische Wahrnehmung (Einfluß des Kaufverhaltens). Auf beiden Ebenen einen drastischen Bedeutungsverlust der klassischen Werbung bei der Nutzermajorität hervorzusagen halte ich für übertrieben, zudem ist manche Werbung schlichtweg erwünscht wenn ein Bedürfnis befriedigt wird (z.B Adwords). SMM wird im Marketing- / Vertriebsmix in Zukunft einen wachsenden Stellenwert erhalten, der wird sich jedoch auf bestimmte Produktarten beschränken. Und der Beweis, dass SMM unerlässlich für Tourismusanbieter sein wird, muss erstmal erbracht werden. Die bisherigen Ergebnisse der Performancemessung zur Effektivität von SMM waren produktübergreifend eher ziemlich mau.

Florian

Hallo Eli,

schön dass wir die Diskussion von Samstag hier fortsetzen können, danke für Deinen Input! Die Performancemessung wird kommen – früher oder später! 🙂
FB

Florian

ach ja: sehr passend zum Thema: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,585241,00.html

“Der Vorwurf, der User werde mit der verschleierten Platzierung der Marke zu einer Kaufentscheidung manipuliert, sei dennoch eine “sehr deutsche Auffassung”, befindet Scheier. Tatsächlich sei der Mensch selbst verantwortlich, “man kann niemanden ohne seinen Willen manipulieren, er muss eine Botschaft glauben wollen, um auch das Produkt zu wollen”. “

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Florian Bauhuber

... ist Geschäftsführer des Experten-Netzwerks Tourismuszukunft sowie Doktorand am Lehrstuhl für Kulturgeographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Bereits seit dem Jahr 2006 berät und begleitet er gemeinsam mit seinen Kollegen touristische Unternehmen und Verbände. In seinem Fokus stehen dabei unterschiedliche Beratungsschwerpunkte: #ServiceDesign #WebsiteRelaunch #ContentStrategie #Marketing #Vertrieb #Change #Innovation