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11. September 2008

Tripsbytips: Interview mit Uwe Frers über Reisecommunities

Das Thema Reisecommunity ist zur Zeit in alle Munde, dies zeigt auch das rege Interesse, welches unser Artikel von wenigen Tagen ausgelöst hat. Auch die Fachzeitschrift FVW hat die Titelgeschichte ihrer letzten Ausgabe den Reisecommunities gewidmet, genauso wie es auf dem kommenden FVW Kongress einzelne Sessions zu diesem Thema geben wird.

Wir haben die Chance ergriffen und Uwe Frers, Geschäftsführer von Tripsbytips und Escapio, ein paar Fragen zu seiner Community zu stellen.

Screenshot von Gästeführer-Deutschland

Tourismuszukunft: Du hast vor ca. 1 Jahr die Reisecommunity Tripsbytips gelaunched. Kannst du uns kurz sagen, was Tripsbytips genau ist und worin sich Tripsbytips von den Mitbewerbern unterscheidet.
TripsByTips ist der Online-Reiseführer mit den ultimativen Empfehlungen von Reisenden für Reisende. Als einziger Anbieter berücksichtigen wir die Meinung der Community sowie der Freunde bei der Darstellung der Inhalte. Je mehr Mitglieder der Community einen Tipp kennen und gut finden, umso höher wandert dieser Tipp in der Darstellung nach oben. Die Community sorgt also langfristig für das Ranking der Tipps, so wie es auch von Digg.com bekannt ist. Eine noch höhere Bedeutung messen wir der Meinung von Freunden bei, denn Empfehlungen von Freunden genießen besonders viel Vertrauen. Deswegen werden Tipps von Freunden immer ganz oben angezeigt. Das zweite Alleinstellungsmerkmal von TripsByTips ist die Fokussierung der Inhalte auf Empfehlungen. Jeder kennt das aus seinem privaten Umfeld, seinen Freunden empfiehlt man nur die persönlichen Favoriten. Das machen wir bei TripsByTips ebenso.

Tourismuszukunft: Wie lange die Entwicklung von der ersten Idee bis zur ersten Seite von Tripsbytips gedauert?
Jedes gute Baby braucht neun Monate, bis es auf die Welt kommt, das war auch bei TripsByTips so.

Tourismuszukunft: Du hast neben Tripsbytips auch schon Escapio gegründet. Was sind die wesentlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, die dir bei der Umsetzung dieser beiden Projekte geholfen haben?
Ein gutes Team, Ausdauer, Networking und Startkapital.

Tourismuszukunft: Du kommst ursprünglich nicht aus der Tourismusbranche. Was sind deiner Einschätzung nach die Faktoren, welche eine Gründung in der Branche fördern und erschweren?
Die Tourismusbranche befindet sich in einem umfassenden Umbruch. Während die Umsätze im stationären Verkauf kontinuierlich sinken, wachsen sie im Onlinebereich signifikant. Der Markt bietet also ausreichend Geschäftspotential für kreative Neugründungen. Kritisch sehe ich veraltete IT-Infrastrukturen (zum Beispiel die GDS-Anbieter), fehlende internationale Standards (es gibt zum Beispiel keine eindeutigen Hotel-IDs) sowie der unglaubliche Preis- und Margendruck.

Tourismuszukunft: Ein wichtiger Aspekt für eine erfolgreiche Community ist die Anzahl der Mitglieder. Du hast dir etwas Neues einfallen lassen, um auf Tripsbytips aufmerksam zu machen. Kannst du beschreiben, was sich hinter „Gedankenreise“ verbirgt?
Gedankenreise“ ist die erste Facebook-Applikation von TripsByTips. Die Grundidee beruht auf dem Prinzip, gemeinsam mit Freunden vom Urlaub zu träumen und in Form einer virtuellen Reise die Welt zu erobern – spontan, umweltfreundlich und kostenlos. Ziel der Applikation ist die Verbindung von Reise, Spaß, Interaktion und Kommunikation.

Tourismuszukunft: Kannst du schon etwas über den Erfolg dieser Kampagne sagen?
Wir sind damit nun 12 Tage online und haben knapp 500 Facebookuser als Gedankenreisende gewinnen können. Insbesondere in den letzten Tagen spürt man den Schneeball-Effekt. Die „Gedankenreise“ hat sich damit auf Platz 1 der beliebtesten deutschsprachigen Facebook-Reiseanwendungen katapultiert.

Tourismuszukunft: Facebook wird bei Vielen als die wichtigste Community eingeschätzt. Wie siehst du die Entwicklung von Facebook allgemein und welche Bedeutung könnte Facebook für die Tourismusbranche entwickeln?
Facebook hat mit der deutschen Version einen enormen Schub nach vorne gemacht. Die Möglichkeit, sehr unkompliziert eigene Applikationen bei Facebook einklinken zu können, sehe ich als langfristig entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Klar muss aber sein, dass Facebook eine ausschließlich kommunikationsgetriebene Community ist. Tiefergehende touristische Information, wie sie Reisecommunities bieten, wird man bei Facebook auch zukünftig vergeblich suchen.

Tourismuszukunft: Nicht zu letzt durch das Aufkommen von Communities ist der Begriff „Social Web“ geprägt worden. Welche Entwicklungen siehst du hier, die im Laufe der nächsten Jahre die Tourismusbranche verändern werden?
Das „Social Web“ generiert eine Vielzahl von Meinungen von sehr vielen verschiedenen Menschen, zudem vernetzt es Gleichgesinnte. Dies bedeutet für Anbieter touristischer Leistungen ein radikales Umdenken in ihrer Kommunikationsstrategie. Wir bewegen uns weg von einer einseitigen werblichen Kommunikation hin zu einer Interaktion zwischen Anbietern und Nachfragern. Es geht nicht mehr um bunte Werbewelten, sondern um eine geschickte Integration der Kernaussagen auf der Inhaltsebene. Wer das Thema „Travel 2.0“ nicht kurzfristig auf seine Agenda setzt, wird aus meiner Sicht mittelfristig Marktanteile verlieren.

Vielen Dank an Uwe Frers, dass er sich die Zeit für das Interview genommen hat!

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