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21. September 2008

Geocaching – Grundlagen und touristische Aspekte von Geocaches

Geocaching ist die moderne Form der Schatzsuche: Die Geo-Koordinaten von im Gelände versteckten Schätzen, den so genannten Geocaches werden im Internet veröffentlich und können dann mit Hilfe eines GPS Gerätes gesucht werden.

Geocache, GPS Gerät und Geocaching-Fans

Im Geocache, meistens eine wasserdichte Box, ein Schraubglas etc., befinden sich verschiedene kleine Gegenstände und ein Logbuch, in dem der Besuch eingetragen wird. Der Besucher bringt in der Regel einen solchen Gegenstand mit und nimmt sich dafür einen anderen heraus, dieser Tausch wird ebenfalls im Logbuch festgehalten (IN: …, OUT: …). Geocaching ist aus dem seit 1854 bekannten Letterboxing heraus entstanden, bei dem noch ohne GPS nach versteckten Behältern gesucht wurde.

Seit dann im Jahr 2000 das US-amerikanische Militär die Nutzung von GPS vollständig für zivile Zwecke freigab, waren die Signale so genau, dass GPS auch beim Positionieren und Suchen von Geocaches durch Zivilpersonen Einsatz finden konnte. Innerhalb von wenigen Jahren wuchs die Zahl Caches rasant an: 2002 sah die Karte mit den Geocaches in Deutschland noch recht dünn aus (siehe hier), während die Geocaches heute in einer hohen Dichte und überall zu finden sind: Beispielregion (Geocaches weltweit am 4.8.2008: 656,490). Die Verbreitung der Koordinaten findet über einige Geocaching-Portale statt, deren Userzahlen explodieren, so beispielsweise www.geocaching.de (GC.de), www.geocaching.com (GC.com), www.opencaching.com (OC) oder www.navicache.com (NC). Es entwickelt sich gar eine regelrechte Geocaching-Szene mit einem eigenen Vokabular für dieses zunehmend populäre Hobby: Glossar – beispielsweise heißen normale Wanderer plötzlich “Muggel” und der Besuch eines Caches wird unter dem Wort “loggen” verstanden.

Um einen Geocache zu finden, wird nur ein Internetzugang für die Recherche nach einem geeignetem Ziel der Suche und dessen Koordinaten (manchmal als Rätsel kodiert) und ein GPS-Gerät benötigt. Ähnlich einfach ist auch das Verstecken eines eigenen Geocaches: In einer wasserdichten Dose werden Stift, Zettel und ein paar kleine Gegenstände verstaut, dann wird ein geeignetes Versteck gesucht und der Cache dort deponiert. Nach der Messung der Position (mehrere Messungen machen und vergleichen), wird der Cache auf den oben genannten Plattformen im Internet bekannt gegeben. Inspirieren lassen hinsichtlich Lage und Beschreibung des Caches kann man sich dabei von anderen Caches auf diesen Portalen.

Mittlerweile ist dieses anfangs recht unbekannte Hobby also zu einem gesellschaftlich durchaus relevanten Outdoorsport herangewachsen. In nahezu jedem Ort können sich Caching-Fans auf die Suche begeben. So startete auch Stefan Waidele auf dem Castlecamp 2008 zu mehreren Cachingausflügen (Karte mit Caches in der Nähe des Castlecamps hier) und konnte, wie er schreibt, einige andere Castlecamp Besucher dazu motivieren bei Nacht und im Regen rund um den Zeller See die versteckten Plastikschachteln zu jagen (!). Was macht Geocaching so erfolgreich? Ist es die Spannung bei der Suche nach einem Cache? Oder liegen die Motive sogar tiefer in Jagdinstinkten und co begraben?

Einen Geocache anzulegen kostet nicht mehr als eine Arbeitsstunde, eine Plastikschachtel und Kreativität (normaler, Earth-, Nacht-, Event-. Moving-, Mystery- oder Citocache?). Und ein Geocache kann je nach Lage und Attraktivität viele Besucher anziehen. So liegt eine touristische Nutzung sehr nahe. Ob dies nun das Hotel Krone in Neuenburg ist, welches einen Geocache in Hotelnähe platziert und gleich eine passende Speisekarte dazu entwirft, oder eine Destination wie das Lammertal, in beiden Fällen ist es letztendlich geschicktes Marketing über das Social Web. Der Cache und damit auch der jeweilige touristische Leistungsträger erscheint auf den verschiedenen Geocachingportalen und zieht damit Gäste in seine Region. Welches Potenzial diese Gäste im Einzelnen bieten, sei zunächst mal dahin gestellt (oft auch nur Durchreisende), aber Geocaching ist auch eine schöne Aktivität im Rahmen eines Urlaubs. Mittlerweile sind mir einige Destinationen bekannt, welche in der Touristinfo GPS-Geräte zum Verleih inklusive kurzer Einweisung und Information zu regionalen Geocaches anbieten – genial und besonders attraktiv für Familien(väter) und Kinder im entsprechenden Alter. In Abtenau wird die Jagd auf die lokalen Caches sogar als regelmäßige und organisierte  Schnitzeljagd angeboten

Und wer eine Karte auf seinem GPS benutzen will, der kann dank einer Anleitung auf dem Geocaching-Blog sogar OpenStreetMap auf sein Garmin GPS überspielen. Überhaupt eine interessante Idee – inwieweit könnte die Geocaching Szene in OpenStreetMap eingebunden werden? Welche Potenziale ergeben sich aus dem Zusammenspiel von mobilem Internet, GPS-fähigen Handys und Geocaching?

D.A.

PS. Freundin und ich waren gestern statt eines gemütlichen Spaziergangs auch mal wieder Geocachen – an der eindrucksvollen Wülzburg und an der Steinernen Rinne, beide ca. 30 km von Eichstätt.

Daniel Amersdorffer

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