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14. August 2008

Bloggen in Deutschland

In vielen Gesprächen mit Touristikern propagieren wir immer wieder, dass es sinnvoll ist einen Blog zu betreiben und mit dem Bloggen zu beginnen. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Blog gegenüber einer Webseite mehrere Vorteile hat:

  • Die Leser werden durch die regelmäßigen Updates enger an die Seite gebunden
  • Die Kommentarfunktion gibt den Lesern die Möglichkeit, sich aktiv am Inhalt zu beteiligen
  • Durch die Vernetzung von Blogs und die gegenseitige Bezugnahme lässt sich relativ leicht Traffic produzieren
  • Durch die Vernetzung der Blogs wächst auch das persönliche Netzwerk des Bloggers

Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bloggen bzw. das Generieren von Traffic nicht eine Sache ist, die nebenbei funktioniert. Einen erfolgreichen Blog zu betreiben heißt: Arbeit, strategisches Vorgehen, Kenntnis der Branche und des Umfeldes.

Darüber hinaus ist ein erfolgreicher Blog auch von einem guten bloggenden Umfeld abhängig. Die ganzen Bemühungen nutzen wenig, wenn nicht andere Blogger die Themen und Gedanken aufgreifen und vernetzen. Erst durch dieses Zusammenspiel wird ein Blog erfolgreich und genau daran habe ich in Deutschland meine Zweifel – dies gilt im Speziellen für die touristische Bloggerszene.

Ohne es an dieser Stelle wissenschaftlich belegen zu können, habe ich das Gefühl, dass es in Deutschland relativ wenige professionelle Blogger gibt. Dieser Eindruck ensteht durch die Einnahme-Statistiken, die zum Beispiel auf dem “selbständig Blog” oder auf “Basicthinking” veröffentlicht wurden bzw. werden. Sucht man sich ein wenig durch die englisch sprachigen Blogs, so stößt man hier auf wesentlich höhere Einnahmen, wie zum Beispiel in diesem Extremfall. Letztlich spiegeln diese Einnahmen die Bedeutung von Blogs in der Gesellschaft wider. Auch Blog Untersuchungen ergaben, dass in Deutschland die Blogosphäre wenig entwickelt ist und mein Eindruck ist, dass die Bereitschaft zur Vernetzung und Verlinkung zwischen den Blogs relativ gering ist. Gerade die letzte Erfahrung begründet sich auf den Aktivitäten in der Tourismusbranche und dem Verhalten der Reiseblogs.

Schaut man sich die Technorati Werte an, so bewegen diese sich häufig im einstelligen Bereich, aktivere Blogs kommen manchmal auf eine Authority von ca. 20, was nicht wirklich gut ist. Blog Spielchen, die der Vernetzung dienen, wie Blog-Paraden oder Blog-Stöckchen, werden nur bedingt angenommen. Der Versuch eine T-List ähnliche Vernetzung innerhalb der deutschen Reiseblogs zu starten, ist bis jetzt nicht geglückt. Viele touristische Blogs dienen der verbesserten PR eines Unternehmens oder sind private Seiten, welche hier und da einige Reiseideen und -Vorschläge veröffentlichen. Professionelle Blogs in dem Bereich sind mir fast keine bekannt: Touristische Pro-Blogs? (Soisses.at, Mallorca-Blog…?)

Für alle neuen touristischen Blogger heißt das konkret:

  • Das Blogger Umfeld im Tourismus ist nicht einfach
  • Es ist relativ schwer, in kurzer Zeit eine gute Vernetzung zu erreichen
  • Das Re-investieren des Aufwands ist nicht leicht

Dennoch kann es sich lohnen neue Blogs zu entwickeln und die Vorteile der Blogs zu nutzen, denn im Vergleich zu statischen Webseiten geht es mit Blogs doch leichter, Besucher für die Seiten zu generieren, mit seinen Besuchern ins Gespräch zu kommen und eine Vernetzung aufzubauen. Lediglich überzogene Hoffnungen werden nicht greifen, amerikanische Erfolgsgeschichten müssen mit Vorsicht genossen werden.

JO

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