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4. Juli 2008

Triphunter – Das Interview

Gabriel Matuschka, Gründer und Geschäftsführer von Triphunter stand uns für ein Interview bereit. Vor einigen Wochen haben wir bereits über die Idee von Triphunter geschrieben und haben vor längere Zeit bereits auf dieses Geschäftsmodell und den Erfolg des französischen Vorbildes hingewiesen. Triphunter überträgt damit auch die Idee von Brand4friends auf die Reisebranche und versucht eine Innovation im Online Reisevertrieb umzusetzen. Mit dieser Idee hat Triphunter einiges an Aufmerksamkeit erzeugt, so dass Gabriel nicht nur bei uns im Interview zu finden ist, sondern z.B. auch auf Exciting Commerce. Hier unser Interview:

Tourismuszukunft: Wie heißt diese Firma und seit wenn existiert sie und der Gedanke daran?
Gabriel Matuschka: Die Firma heißt Private Trips GmbH und betreibt www.TripHunter.de. Gegründet Anfang 2008, entstanden auf Basis der Idee ein „Brand4Friends für Reisen“ entstehen zu lassen Ende 2007.

Tourismuszukunft: In einem Satz: Was unterscheidet die Firma von Ihrer Konkurrenz (USP)?
Gabriel Matuschka: TripHunter ist der erste deutsche Online-Reiseclub und bietet seinen Mitgliedern Woche für Woche „nur“ 3-8 außergewöhnliche Reise-Angebote – mit Top Preis/Leistung (z.T. mit erheblichen Discounts), 100% geprüfter Qualität und in einer besonderen Art der Angebotspräsentation.

Tourismuszukunft: Wie groß war das Gründerteam und welche Fähigkeiten brachten die beteiligten Personen mit?
Gabriel Matuschka: Das Gründerteam besteht aus Amir Mirzaee (Marketing), Bobby Budirahardjo (Produkt Management), Matthias Eireiner (Technologie) und Gabriel Matuschka (CEO). Amir Mirzaee und Bobby Budirahardjo waren zuvor bereits Co-Founder von MyPokerShop und brachten vor allem Erfahrungen im Bereich der Vermarktung mit. Matthias Eireiner und Gabriel Matuschka hatten zuvor bereits abitero.com (Hotelempfehlungen mit semantischer Suche) realisiert sowie Erfahrungen in den Bereichen Strategie- und Technologie Consulting (für IBM) und Venture Capital / Corporate Finance sammeln können.

Tourismuszukunft: Gibt es Besonderheiten bei der Gründung in der Tourismus Branche?
Gabriel Matuschka: Auf den ersten Blick scheint die Tourismus Branche relativ geringe Eintrittsbarrieren zu bieten. Gründungen wie TripHunter, mit starkem eCommerce- / Transaktions-Fokus kommen aber recht schnell an einen Punkt, an dem die – immer noch recht großen – aktuellen technischen Limitierungen dieser Branche deutlich werden. Sie zu überwinden ist relativ aufwändig und nicht immer mit unmittelbarem Zuspruch aus der Branche verbunden.

Eben solch eine Situation bietet für ein neues Angebot wie TripHunter allerdings auch großes Potential sich abzuheben: Jenseits immer gleicher Hotel-Bilder, Beschreibungen und Buchungsstrecken auf Internet Booking Engines (IBEs) etwa, oder der Notwendigkeit jedes der vielen tausenden Angebote zunächst einer eigenen Überprüfung auf HolidayCheck oder TripAdvisor zu unterziehen.

In vielen Bereichen ist die Touristik heute sehr auf eingefahrene und erprobte Wege konzentriert. Neugründungen wie TripHunter müssen diese Hürde überwinden.

Tourismuszukunft: Wer oder was hat bei der Gründung geholfen (Netzwerke, Kontakte, DRV, Veranstaltungen etc.)?
Gabriel Matuschka: Primär unsere Business Angels Lukasz Gadowski und Oliver Jung, sowie ein solides Netzwerk an Touristikern. Mittlerweile erfahren wir auch Unterstützung von einer Vielzahl der größten Reiseveranstalter Deutschlands.

Tourismuszukunft: Was sind die drei größten Probleme für junge Touristiker beim Gründen?
Gabriel Matuschka:Das zentrale Problem scheint eine gewisse Eingefahrenheit der Industrie auf aktuelle Wege und Lösungen – wie oben bereits beschrieben.

Alle sonstigen Probleme sind bei Gründungen in anderen Branchen in relativ ähnlicher Form präsent.

Tourismuszukunft: Welche grundlegenden Technologien/Entwicklungen werden die Tourismus-Branche in den nächsten 5 Jahren nachhaltig verändern? und wieso?
Gabriel Matuschka: Es gibt sicher viel erfahrenere Touristiker, als das TripHunter Team um diese Frage richtig und vollständig zu beantworten. Eine zentrale Rolle werden aber – hoffentlich – endlich standardisierte und offene Schnittstellen (Webservices) spielen. Mittelfristig könnte durch offene Schnittstellen natürlich immer mehr Reiseumsatz über Direktanbindungen zu Leistungsträgern abgewickelt werden und die Abhängigkeit von CRS Systemen und IBEs verringert werden.

Außerdem ist das Thema Service Orientierte Architektur (SOA) ist in der Touristik noch fast gar nicht angekommen und bietet in der gebotenen heterogenen Systemlandschaft großes Potential.

Tourismuszukunft: Welche Fehler sollen von Entrepreneurs nicht noch mal wiederholt werden! Wo liegen die beliebtesten Fallstricke?
Gabriel Matuschka: Sich nie in die eigene Plattform „verlieben“ oder bis in die Ewigkeit neue Features designen: TripHunter orientiert sich ganz gezielt an einem erfolgreichen französischen Modell. Die größte Herausforderung ist den Markt zu erobern – hier sollte der absolute Fokus liegen.

Tourismuszukunft: welche Innovationen fehlen in der Tourismusbranche?
Gabriel Matuschka: Vielleicht eine gedankliche Innovation zurück auf die zentralen Bedürfnisse des Kunden: Mehr Einfachheit und Klarheit und weniger das Gefühl von „Abzocke“ – so wie man es früher vom befreundeten Reisebüromitarbeiter kannte – nur eben in der Online Welt. …daran arbeiten wir mit TripHunter Tag für Tag.

Vielen Dank an Gabriel Matuschka, dass er sich für uns Zeit genommen hat und ausführlich auf unsere Fragen eingegangen ist.

JO

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