Reisecommunities werden zu Reiseführern

Über Reisecommunities haben wir inzwischen sehr viel geschrieben, aber dennoch gibt es immer wieder neue Aspekte bei diesem Thema. Bereits vor einem Jahr (Mai 2007) waren wir schon sehr kritisch und eigentlich der Meinung, dass es sich nicht mehr lohnt eine neue Community zu gründen. Dennoch wurden seit diesem Zeitpunkt viele neue Reisecommunities ins Leben gerufen.

Eine Veränderung fällt einem allerdings im Vergleich zum letzten Jahr auf. Während im letzten Jahr viele Communities als Community aufgetreten sind, positionieren sich die “Neuen” explizit als Reiseführer. So bietet Tripwolf z.B. die Funktion an, die Inhalte als PDF Dokument herunterzuladen. Zusätzlich kooperiert Tripwolf mit MairDumont und bietet deren Reiseinformationen in der Community an.

Inzumi, einen neue Community, positioniert sich ebenfalls ganz gezielt auf dem Markt der Reiseführer. Auch hier haben die Kunden die Möglichkeit, die Reiseinformation individuell zusammenzustellen, herunterzuladen und auszudrucken.

Reiseplanung, -organisation und -dokumentation können – auch gemeinsam mit Freunden – ganz nach Wunsch, Lust und Laune erfolgen. Dann einfach ausdrucken und fertig ist der individuellste, kostenlose Reiseführer der Welt.

Quelle: PR Mitteilung.

Diese Entwicklung hat für mich eine neue Qualität, denn hier werden die ersten Versuche sichtbar, den Markt der etablierten Reiseführern anzugreifen. Noch fühlen sich wahrscheinlich viele Verlage in relativer Sicherheit. Zwar geht es einigen Reiseführer-Verlagen nicht besonders gut, aber einen “Angriff” seitens des Internets wird nur wenig Bedeutung beigemessen. Noch verlassen sich die Verlage auf ihre “Qualität” und das professionelle Aufbereiten und Schreiben der Texte. Dieser Gedanke ist trügerisch: Was nützt mir ein gut geschriebener Artikel, wenn dieser ein Jahr oder älter ist? Eine Community und ein daraus entstehender Reiseführer kann wesentlich aktueller gehalten werden. Oder. Was nützt mir ein Reiseführer, der zwar gut geschrieben ist, der aber nicht alle Bereiche/ Nischen abdecken kann, da zum einen die Kapazität des Redakteurs begrenzt ist, zum anderen die Bücher eine begrenzte Seitenzahl haben. Beim individuellen Reiseführer kann sich der Kunde genau sein zugeschnittenes Produkt zusammenstellen.

Ich bin schon der Meinung, dass Reiseführer, Verlage und das gedruckte Werk in Zukunft eine Rolle spielen wird. Damit aber Verlage erfolgreich wirtschaften können, werden sich einige Prozesse ändern müssen. Die Frage, die für mich in diesem Zusammenhang gelöst werden muss, ist der Datenaustausch: Wie können Verlage effizient an aktuelle Information kommen, um weiterhin günstig dieses Wissen journalistisch aufbereiten zu können und zweitens: Wie kann ich als Reisender meine Reiseinformationen im Multimedia-Mix sinnvoll mit auf Reisen nehmen. Ich benötige keinen PTA, der die gleichen Informationen anbietet wie der gedruckte Reiseführer.

Hier gilt es herauszufinden und abzustimmen, welche Information nimmt der Reisende auf seinem Handy, auf seinem PTA, als gedruckten Reiseführer oder überhaupt nicht mit. Erst wenn dieser Multimedia-Mix mit Reiseinformationen beherrscht wird, ist der Reisende zufrieden und der Platzkampf bei den Anbietern beruhigt sich. Gibt es schon Forschung zu diesem Thema?

JO

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3 Kommentare zu “Reisecommunities werden zu Reiseführern”

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[...] habe gerade einen recht interessanten Artikel auf Tourismuszukunft gelesen. Dort beschreibt „JO“ auf nette Weise, wie sich die einstigen Reisecommunites inzwischen [...]

[...] Bereich der Reise-Plattformen ist das Web stark am wachsen. Mit inzumi buhlt ein weiteres Projekt um die Gunst der Reisefreudigen. Die Plattform ging bereits [...]

Nunja, aber gedruckte Reiseführer werden immer überflüssiger, je mehr Infos die digitalen Medien bieten auf Iphone und co.


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