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30. Mai 2008

Konvergenz der Medien – Gedanken zur Vielfalt der Medien im Tourismus

Mit dem Internet, welches beispielsweise TV und Onlineinhalte aggregiert, lässt sich ein für das zukünftige Tourismusmarketing wichtiger Trend ansprechen: die Konvergenz von Medien. Was bedeutet das? Ursprünglich, so IBM, beschreibt der Begriff das pakethafte Anbieten von Fernsehen, Internet, Mobiltelefonie und Festnetztelefonie (Quadruple Play) durch einen Anbieter. Solche Anbieter wären also potente Partner für umfassendes Tourismusmarketing. Aus meiner Sicht lässt sich der Begriff der „medialen Konvergenz“ noch weiter auslegen.

Die Anzahl der für einen Gast zur Reiseinformation verfügbaren Medien ist groß. Potenzielle Gäste und Kunden einer Destination können sich, je nach Interesse, über Printmedien (Reiseführer, Reisemagazine, Destinationsprospekte, Zeitungen), über das Radio (Reisesendungen, Reportagen, Lokalradio), über das Fernsehen (Reisesendungen, Reportage, Filme) oder über das Internet (Destinationswebseite, Reiseforen, Reiseportale, Reisecommunities, Blogs, Podcasts, Videocasts) über eine Destination informieren. Je nach Verfügbarkeit und technischer Machbarkeit, können die Inhalte dabei oft auch über den Computer oder das Handy konsumiert werden (z.B. Onlineradio, elektronische PDF-Broschüre, eBook, OnlineTV, etc.).

Medienkonvergenz - illustrativer Schriftzug

Es gibt also zahlreiche verschiedene touristische Medien mit unterschiedlichen Stilrichtungen und unterschiedlichen Prägungen: journalistische, nutzergenerierte oder werbende Medien stehen dem Informationssuchenden nebeneinander und bisher kaum miteinander verflochten als voneinander getrennte Medien zur Verfügung. Rein konsumierende Verbraucher (lean-back) werden also andere Medien nutzen als interaktionsbereite Verbraucher (lean-forward) und Nutzer die Content anderen Nutzern zur Verfügung stellen wollen (jump-in), werden sich wieder auf anderen Seiten aufhalten. Im traditionellen Tourismusmarketing werden von Seiten der Destinationen bisher aber fast ausschließlich lean-back-Verbraucher bedient.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass das Destinationsmarketing hier eine Lücke füllen sollte, die mit der zunehmenden Entwicklung von web2.0, web3.0 Angeboten und von mobiler Kommunikation über das Handy immer weiter aufklafft. Die mediale Strategie einer Destination muss also einerseits alle relevanten Medien einbeziehen und andererseits vor allem auch nutzergenerierte und destinationsgenerierte Informationen sowie Interaktion von Nutzern / von Nutzern und Destinationsakteuren stimulieren und beeinflussen.

Für den ersten Schritt wäre dies mit einem Internetauftritt zu verwirklichen, der nicht fein säuberlich zwischen Informationen in künstlicher Marketingsprache (Destinationswebseite) und echten, persönlichen, emotionalen und glaubhaften Informationen (von Gästen/ Kunden, von Personen und Leistungsträgern aus der Destination) unterscheidet, sondern beide Kommunikationsstränge geschickt miteinander verflechtet. Und ganz visionär für die Zukunft wäre es ein Ziel, die verschiedenen Medienkanäle zu bündeln und auf den verschiedenen Plattformen (PC, TV, Handy) zur Verfügung zu stellen…

Noch ein Wort zum Handy – eigentlich ideal, da stets dabei und immer erreichbar: Momentan ist die Bandbreite der auf dem Handy konsumierbaren Inhalte noch sehr überschaubar, da es noch an den Betriebssystemen, Prozessoren und Displays der durchschnittlichen Handys mangelt und die Datentarife noch zu teuer für die Allgemeinheit sind. Außerdem sind zumindest deutsche Verbraucher aus teils nicht begründbaren Haltungen heraus sehr kritisch gegenüber Werbung auf dem Handy.

D.A.

Daniel Amersdorffer

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