Dubai: Legoland in Dubailand

Kategorien: Allgemein

Einer der erfolgreichsten Artikel unseres Blogs ist mein Bericht über den Forschungsaufenthalt in Dubai im letzten Jahr. Die Destination Dubai scheint von hohem Interesse für alle Akteure des Tourismus zu sein. Dies zeigt auch die vor kurzem veröffentlichte Pressemeldung, in der eine Kooperation zwischen Tatweer, einer Tochter von Dubai Holding (u.a. auch Eigner der Jumeirah Gruppe, zu der auch das Burj al Arab gehört), und der Merlin Entertainments Group, dem zweitgrößten Betreiber von Freizeit- und Erlebniswelten, bekannt gemacht wurde.

“Tatweer und die Merlin Entertainments Group gaben den Startschuss für Legoland Dubailand – dem ersten Legoland-Park außerhalb von Nordamerika und Europa. Das 912 Mio. AED teureLegoland-Dubailand-Projekt wird innerhalb von Dubailand, dem weltgrößten Reiseziel für Freizeit- und Unterhaltungstourismus, erbaut werden und dort eine Fläche von mehr als 3 Mio. Quadratfuss (278.000 Quadratmeter) einnehmen.”

Das Dubailand-Projekt als größtes Urban Entertainment Center der Welt, ist für deutsche Verhältnisse unvorstellbar. Es beinhaltet nicht nur den Bawadi-Hotel Komplex (27.000 Hotelzimmer, mit dem größten Einzelhotel der Welt (AsiaAsia; 6.500 Zimmer)), sondern ebenso zahlreiche Freizeitparks und Shopping Malls.

Fazit: für Deutschland unvorstellbar – für Dubai nur eines der zahlreichen touristischen Großprojekte!

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Es gibt nicht wenige, die das Ganze für eine (Spezial-)Immobilienblase halten. Dubai plant seine vorhersehbare Zukunft ohne Öl und glaubt, später ähnliche Einnahmen aus dem Tourismus schöpfen zu können. Das setzt – dauerhaft – ein weltweites Einzugsgebiet voraus.
Dass alle so begeistert sind, liegt daran, dass viele öffentliche Mittel fließen und viele Projektentwickler dort eine Menge Geld verdienen. Darüber hinaus sind die großen Betreiber von Entertainment-Anlagen nahezu gezwungen, dort hin zu gehen, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen. Ob das aber eine nachhaltige Investition sein wird, ist zumindest für einige zu bezweifeln.
Darüber hinaus geht das Konzept meiner Ansicht nach am Bedürfnis vieler Zielgruppen im Tourismus vorbei. Zweifelhaft sind für mich auch die Öko-Label, die manchen Projekten dort angehängt werden. Wie ökologisch ist ein Projekt, das auf ein weltweites Einzugsgebiet angewiesen ist?
Zweifellos haben wir es hier mit einem Tourismusexperiment globalen Ausmaßes zu tun – das ist spannend und faszinierend, aber nicht immer gut.


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von links: Jens Oellrich, Michael Faber, Daniel Amersdorffer und  Florian Bauhuber

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