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6. Februar 2008

Wikinomics

Wikinomics. Die Revolution im Netz so bezeichnen Don Tapscott und Anthony D. Williams ihr Buch, in dem sie neue Unternehmenstruktur und Organisationformen im Zusammenhang mit Entwicklungen im Internet beschreiben.

Unternehmen haben mit Hilfe des Internet ganz neue, weitreichende Möglichkeiten sich zu organisieren und ihre Forschung und Entwicklung voranzutreiben. Im traditionellen Unternehmen wurde versucht möglichst viele Experten und möglichst viel Wissen in der Firma zu halten und für Mitbewerber nicht zugänglich zu machen.

Nach Tapscott und Williams haben innovative Unternehmer erkannt, dass – egal wie gut eine Firma ist – mehr Wissen und mehr Erfahrung ausserhalb des eigenen Unternehmens vorhanden sind als innerhalb eines Unternehmens. Durch gezielte Öffnung und Bereitstellung des eigenen Wissens können diese externen Experten aktiviert werden, für das eigenen Unternehmen zu arbeiten. Das Internet bietet dazu die notwendige Infrastruktur und Technik: Wiki-Systeme werden benötigt, um Wissen allgemein zugänglich zu machen, Internets Communities helfen zur Organisation der Teilnehmer, Creative Common Lizenzen regeln den Umgang miteinandern.

Diese Entwicklungen zeigen Tapscott und Williams in ihrem Buch anhand einiger bekannter Firmen und Beispiele auf, so werden unter anderem IBM vorgestellt, welche sich der Linux Gemeinde geöffnet und damit Einsparungen in der eigenen Software-Entwicklung in Höhe von mehreren Millionen Dollar erreicht haben. Ein weiteres Beispiel ist das Human Genome Project bei dem bei bestimmten Erfindungen auf Patente verzichtet wurden, um das Wissen allgemein verfügbar zu machen und so schnellere, bessere Entwicklungen zu ermöglichen, Procter und Gamble, welche bessere Produkte mit Hilfe externer Experten entwickelt haben.

Nicht alle in dem Buch genannten Beispiele sind sinnvoll auf die Tourismusbranche anwendbar, aber das Buch dient als gute Inspirationsquellen, um anhand der Beispiele die Entwicklungen in der Touristik zu hinterfragen.

Ein Aspekt ist mir beim Lesen des Buches sofort eingefallen: Aus meiner Sicht organisiert sich die Touristik sehr stark über Netzwerk und mündlichen Wissenstransfer. Dies könnte den Eintritt externer Experten in die Branche erschweren und die Übernahme innovativer Ideen aus anderen Bereichen hemmen. In dem Zusammenhang scheint es auch bezeichnent, dass es keine Open Source Software-Lösungen speziell für die Tourismusbranche gibt.
JO

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